Methoden der Haarverpflanzung

Haartransplantation: Methoden

Methoden Haarverpflanzung

 

Haarausfall ist noch immer ein Leiden, das in erster Linie Männer trifft und für den Betroffenen eine Reihe von Einschränkungen mit sich bringt. Haarausfall ist in der Regel permanent, das heißt, dass die ausgefallenen Haare nicht mehr nachwachsen. Für das Auftreten von Haarausfall gibt es verschiedene Ursachen. Viel wichtiger für betroffene Menschen ist aber meist nicht die Ursache, sondern eventuelle Behandlungsmöglichkeiten, um den Haarausfall zu stoppen oder sogar rückgängig zu machen. Dabei erfreut sich eine Methode einer immer weiter wachsenden Beliebtheit: Die Verpflanzung von Haaren.

 

Für die Transplantation von Haaren gibt es verschiedene Methoden, die im Folgenden beschrieben werden. Diese Methoden der Haartransplantation besitzen verschiedene Vor- und Nachteile und haben sich größtenteils erst in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelt. Fest steht: Die Chancen, trotz permanenten Haarausfall wieder eine dichte Kopfbehaarung zu erreichen, werden mit diesen Methoden immer besser:

 

Follicular Unit Extraction (FUE)

Unter den beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten stellt die FUE-Methode die derzeit modernste Möglichkeit dar, Haare zu transplantieren. Hier ist es wichtig zu wissen, dass die follikularen Einheiten aus ein bis vier oder fünf Haaren bestehen. Diese Gruppierungen werden mit einer Hohlnadel entnommen und in die entsprechend vorbehandelten Bereiche wieder eingesetzt. Diese Extraktionsnadeln können Grafts in der Größe bis zu einem Millimeter aufnehmen. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass nicht nur Kopfhaare, sondern auch Haare anderer Körperregionen entnommen werden können.

 

Hier ist jedoch zu prüfen, ob diese von Beschaffenheit und Farbe optisch passend zur restlichen Kopfbehaarung sind. Nach der Entnahme können die Haare temporär in einer Nährlösung aufbewahrt werden. Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten muss bei der FUE-Methode kein großer Schnitt gemacht werden. Stattdessen entstehen viele kleine Verletzungen, die in der Regel nach wenigen Tagen vollständig abheilen. Verbleibende Narben sind optisch in der Regel nicht relevant.

Punch

Die Punch-Methode ist die älteste der hier beschriebenen Methoden der Haarverpflanzung. Zur Behandlung werden aus dem Hinterkopf des Betroffenen viele zylinderförmige Haut- und Unterhautinseln herausgestanzt, die einen ungefähren Durchmesser von vier Millimetern haben. Anschließend zerteilt der Operateur diese in so genannte Grafts. Ein großer Nachteil dieser Behandlungsmethode sind die entstehenden Wunden am Hinterkopf, die auf Grund ihrer Größe nicht genäht werden und oft vernarben. Oft bleiben diese Verletzungen dauerhaft sichtbar und machen es zum Beispiel unmöglich, eine Kurzhaarfrisur zu tragen. Insgesamt werden außerdem mehr Haarfollikel beschädigt, als das bei moderneren Methoden der Haarverpflanzung der Fall ist.

 

Mini-Micro-Grafts (MMG)

Von allen Behandlungsmöglichkeiten wird die Micrografts Methode hierzulande am häufigsten eingesetzt. Sie findet unter örtlicher Betäubung statt und dauert bis zu zehn Stunden. Zunächst entnimmt der Operateur einen Hautstreifen aus dem behaarten Haarkranz. Anschließend zerlegt er diesen in mittlere Hautteile und kleinere Hautteile mit Haarwurzeln, die Mini- und Micrografts. Diese Vorbereitung ist besonders zeitintensiv. Nach dieser Behandlung setzt man die Grafts in entsprechend vorbereitete Gebiete ein. Gegenüber der Punch-Methode ist hier die Ausbeute an Grafts wesentlich höher und die Zerstörung von Follikeln geringer.

 

Und auch wenn sich durch die Entnahme des Hautstreifens und die nachfolgende mehrschichtige Vernähung der Wunde weniger Narbengewebe bildet, ist der längliche Streifen am Hinterkopf oft sichtbar und wird als störend empfunden. Da bei der Entnahme ein relativ tiefer Schnitt mit dem Skalpell gemacht wird, ist auch das Risiko verletzter Nerven recht hoch, was zu weiteren Folgeproblemen führen kann.

 

Streifenentnahme und Einsetzung follikularer Einheiten (FUT)

Bei dieser Behandlungsmöglichkeit handelt es sich um eine Weiterentwicklung der zuvor beschriebenen Methode. Genau wie bei dieser wird zunächst unter örtlicher Betäubung ein behaarter Hautstreifen vom Hinterkopf entnommen. Der behandelnde Arzt zerteilt diesen jedoch anschließend unter einem hochauflösenden Mikroskop in die follikularen Einheiten (die natürliche Bündelung) des Haares. Diese so aufbereiteten sogenannten Follicular Units, werden dann an entsprechend vorbereiteten, kahlen Stellen eingesetzt.

Methoden der Haarverpflanzung was last modified: August 19th, 2015 by admin
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